28. Dezember 2007 von Martin Prochazka - Noch kein Kommentar
Die Meisten denken jetzt an den Tsunami in Fernost. Eine ebensogrosse Naturkatastrophe ereignete sich am 28. Dezember 1908. Ein Erdbeben mit dem Epizentrum zwischen Messina und Reggio Calabria tötete innert 37 Sekunden zwischen 80′000 und 130′000 Menschen. Allein in Reggio Calabria starben ein Drittel der 45′000 Einwohner. Ein nachfolgender Tsunami richtete weitere Schäden an. Mit einer Magnitude von 7,2 auf der Richterskala war das Beben nicht einmal sonderlich stark, wenn man es mit dem Thailand vergleicht, welches 9,5 erreichte. Doch es traf stark besiedeltes Gebiet.
In Messina wurde fast alle Gebäude zerstört. Unter ihnen der Dom, viele öffentliche Gebäude und auch die Palazzata an der Hafenpromenade, eine imposante einheitliche Zeile einer anderthalb km langen Palastfassade zum Meer hin, die dem dahinterliegenden Rathaus, den Seidenmanufakturen und den Handels- und Bankhäusern teilweise vorgeblendet war, sie damit verband und ihnen damit eine einheitliche Fassade zum Meer hin einbrachte.
Auch Reggio di Calabria wurde dem Erdboden gleich gemacht, hier wurden unter anderem die Real Palazzina an der Uferpromenade, die Villa Genoese-Zerbi, der barocke Dom und die byzantinische Basilica Cattolica dei Greci zerstört. Beide Städte verloren damit einen großen Teil ihres architektonischen Erbes der vergangenen Jahrhunderte.








