29. November 2007 von asylstrasse
Blenden wir ein paar Jahre zurück. Martin Kilias, seines Zeichens Strafrechtsprofessor und Experte fürs entwaffnete Volkswohl verlautbarte 2004 folgendes: “Jedes Jahr
werden in der Schweiz 180 Menschen mit Ordonnanzwaffen getötet.”
Man muss wissen, bis zum August 2002 waren gemäss Angaben des Bundesrats 122’400 Sturmgewehre 57 (die alten “Argumentationsverstärker”) im Besitze von ausgemusterten Soldaten. Dazu kommt eine gewisse Anzahl von Karabinern (“Rütli-Prügel”), welche bislang jedoch noch nicht zum grossen Amoklaufen verwendet wurden. Vielleicht liegts ja an der doch recht unpraktischen Handhabung des Hinterladerrepetierers mit nur 6 Schuss im Magazin.
Und auch das “grosse Schwarze”, das Stgw 57 sorgte bisher noch nicht für grosses Aufsehen.
Da ist es nun doch recht interessant zu wissen, dass wer sein neues Sturmgewehr 90 nach erfüllter Dienstpflicht Ausmusterung aus der Armee für den Heimgebrauch mitnehmen will, einen Nachweis erbringen muss. Nämlich diesen, dass er aktiv in einem Schützenverein mitwirkt und die Waffe dort auch regelmässig zum Einsatz gelangt. Zahlen darüber, wieviele dieser Waffen seither abgegeben wurden gibt es nicht. Man weiss aber, dass ca. 450’000 dieser Gewehre von der Armee beschafft wurden. Wir rechnen, alle Langwaffen plus ein paar Pistolen macht das also höchstens eine knappe Dreiviertelmillion potentieller Kriegswaffen in den Haushalten.
Doch zurück zum Thema. Zahlen- und Rechtsexperte Kilias verlautbarte gestern via den Roten Motor-Online einmal mehr, dass in der Schweiz im Jahr 2007 nun schon mit
ca. 300 Tötungsdelikten durch Armeewaffen und insgesamt mit knapp 2,5 Mio. Waffen dieser Art (in den Haushalten) gerechnet wird.
Moment, innerhalb von nur 3 Jahren verdoppelten sich also die Opferzahlen? Und Erstweltkriegsgerät, dass kein Mensch jünger als der Landsturm noch zu bedienen vermag, dient zur Schwerstkriminalität? Naja, genauso wie eine Bundesstatistik zu Tötungsdelikten mit Armeewaffen fehlt, fehlt es an einer fundierten Grundlage für die von Kilias verbreiteten Zahlen. Sie sind eine einfache Schätzung eines linken Parteigängers und mutmasslichen Armeeabschaffers. Sämtliche Aussagen verkommen also zu einem reinen Wunschdenken, welches keiner soliden Prüfung standhalten kann. Man könnte auch frei nach einem alten Armeefilm sagen: “Mit Waffe, aber ohne Verstand”.
Aber fahren wir weiter, denn es kommt noch besser. Weil, wenn man schon mit falschen Zahlen hausiert, sollte man sich wenigstens Überlegen, welche Aussage man damit macht. Denn je höher die Anzahl an Armeewaffen im Volk ist, desto geringer muss der Prozentsatz der jährlichen Opfer ausfallen. Dafür müssen wir weder Professor oder Experte sein. Das kann man sogar im Kopf ausrechnen.
Dass nun aber auf diese Weise die Ängste der Bürger gefördert werden ist billigster Populismus. Wer dem Bürger Sicherheit verspricht und diese nachweislich durch falsche Zahlen belegt, handelt hintertrieben,
vorsätzlich und verlogen!
Ach ja, jeder Mord ist einer zuviel. Dieser Gemeinplatz gewinnt aber mit einem restriktiveren Waffenrecht nicht mehr an Gültigkeit, als diese Aussage ohnehin schon tragisch genug ist. Aber offenbar fürchtet sich das Schweizervolk immer mehr vor seinen Wehrmännern.
Zurecht? Wir wagen es zu bezweifeln, denn genauso wenig wie die vergangen Schlagzeilen von koksenden und kiffenden Soldaten und Kader ein Problem der Armee sind, ist es diese nun wieder neu lancierte Debatte über die Heimabgabe der Waffen – im Gegenteil: es ist ein rein gesellschaftliches Problem. Und wenn diese, unsere Gesellschaft in den letzten rund 30 Jahren auf subversivste Art von Links zerstört wurde, dann sollten diese Gut- und Besserbürger zuerst im eigenen Haus für Ordnung sorgen.
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dann sollten diese Gut- und Besserbürger zuerst im eigenen Haus für Ordnung sorgen.
schwieriges Unterfangen, denn was diese Art Bürger wollen ist, ihre Unordnung von zuhause zum Volk hinaus tragen.