31. Oktober 2007 von asylstrasse - Noch kein Kommentar
Die Stadt baut den Datenhighway und kassiert dabei doppelt.
Da gibt das ökobewusste Elektrizitätswerk Zürich gestern medienwirksam den Start des eigenen Highspeedpilotprojekts bekannt und wir erinnern uns; vor halbjahresfrist stimmten die Zürcher Bürger über den Bau der digitalen EWZ-Autobahn ab, 200 Mio Franken wurden gesprochen. Vom Souverän versteht sich. Dass das Geld bereits beseite gelegt war, und so nicht mehr neu gesucht oder finanziert werden musste, war Balsam auf die Wunden. Cüpli-Sozis und Kaviar-Sparer bis weit ins bürgerliche Lager lobten die Innitiative aufs Höchste. Klar, das Geld wurde uns ja bereits vorher durch überteuerten Strom aus dem Sack gezogen und nebenbei ist so ein Prestigeobjekt allenthalben immer gut um die Makel im Palmarès-Portefeuille zu kaschieren. Es musste ja noch ein Fussballstadion fertiggestellt werden.

Dass mittlerweile der Telekomkonzern Orange sich “nichtdiskriminierend” ins Datennetz einkaufen konnte, nennt man nun Wettbewerb. Klar, aber hier nochmals zum Nachvollziehen; die Stadt baut mit “eigenem” (Steuer-)Geld ein Datennetz, vermietet dieses an den Meistbietenden und überlässt es schlussendlich via diesem (also Orange) den Bürgern grosszügig zur Benützung. Gegen eine in der Abstimmungszeitung wohlangekündigte Gebühr versteht sich. Bereits bei Juvenal im 1. Jahrhundert nach Christus hiess es ob dergleichem: Der Bürger verdient sich für den Feldherren das Geld, versorgt diesen mit Brot und ergötzt sich dafür dann an den Gladiatorenkämpfen, welche er nota bene ja auch noch selber zu berappen hatte. Panem et circenses eben. Damit sind wir nun definitiv an dem Punkt angelangt, wo die Dummheit zur Religion wurde, welche ja nach Marx auch Opium fürs Volk sei.
Zirkus oder Opium hin und Datenhighway her, hautpsache die Festhütte Zürich feiert weiter. Und sollte uns dabei dann dereinst der Durst brennen, ja dann: Laisser-Faire, Deeskalation und Esther Maurer sei dank, wird der Züri-Elmi bei den nächsten Spielen nicht Freibier ausschenken, sondern gar keins.
Dass hier Populismus par excellence betrieben wurde, stört niemanden. Warum auch? Wir sind ja im Vollrausch.







