27. Juli 2007 von Redaktion
Die Schweigepflicht der Sozialämtler entpuppt sich immer mehr als Komplizentum mit dem organisierten Verbrechen:
Drogen, Waffen, teure Autos: In Bern ist ein 38-Jähriger Sozialhilfebezüger aus dem Iran wegen Betrugsverdacht festgenommen worden.Polizisten der Sondereinheit «Stern» überraschten den 38-Jährigen am Abend des 19.Juli gegen 20.30 Uhr in seiner Wohnung und nahmen ihn fest. Die Vorwürfe gegen den Iraner: Verdacht auf Drogenhandel sowie Sozialmissbrauch.
Gemäss Recherchen von «10 vor 10» hat der Festgenommene seit mindestens fünf Jahren Monat für Monat jeweils 2660 Franken Sozialhilfe bezogen. Zugleich sei er aber auch Besitzer von zwei BMW.
Annemarie Lanker, Leiterin des stadtbernischen Sozialdienstes, bestätigte den Fall gegenüber «10 vor 10». Der Berner Sozialdienst habe nichts vom Doppelleben des Verhafteten gewusst, weil aus Datenschutzgründen zwischen Polizei und Sozialdienst keine Daten weitergegeben würden, so Lanker.
Laut Polizeisprecher Thomas Jauch leistete der Iraner bei seiner Festnahme keinen Widerstand. Die Sondereinheit «Stern» war nach einem Hinweis aus der Bevölkerung auf Drogen und Waffen ausgerückt. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Polizisten grössere Mengen Heroin und Waffen: zwei Faustfeuerwaffen, eine Pump Action und drei Samurai-Schwerter.
Wie Polizeisprecher Thomas Jauch gestern Abend gegenüber dieser Zeitung sagte, waren in den Waffen Patronen. Weder die Faustfeuerwaffen noch die Pump Action seien jedoch durchgeladen gewesen. Eines der beiden Autos konnte laut Jauch vorübergehend sichergestellt werden.
Der Berner Sozialdienst sei zunehmend mit Leuten konfrontiert, die eine beträchtliche kriminelle Energie hätten, führt Sozialdemokratin Annemarie Lanker aus. In «10 vor 10» übte sie Kritik an der Tatsache, dass zwischen Polizei und Sozialdienst keine Daten fliessen: «Wenn der Datenschutz zum Täterschutz wird wie bei Fällen, die in letzter Zeit aufgedeckt worden sind, stimmt etwas nicht.»Im Mai hatte in Zürich eine Sozialhilfeempfängerin für Schlagzeilen gesorgt, auf deren Namen gleich drei Autos zugelassen waren – darunter ebenfalls zwei BMWs.
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